Vergleich von Übertragungsleistung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in Mittel- und Hochspannungsnetzen
VPE-Kabel (XLPE-Kabel) sind heute der etablierte Standard für die unterirdische Energieübertragung in Mittel- und Hochspannungsnetzen .
Druckluftkabel stellen eine innovative Alternative dar, die insbesondere bei hohen Übertragungsleistungen, langen Leitungslängen und nachhaltigen Infrastrukturprojekten neue Möglichkeiten eröffnet.
Die Energiewende, die Integration erneuerbarer Energien und der steigende Strombedarf stellen Übertragungsnetze weltweit vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig werden Anforderungen an Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit immer wichtiger.
VPE-Kabel (XLPE-Kabel) werden heute in den meisten Mittel- und Hochspannungsnetzen eingesetzt. Mit Druckluftkabeln steht jedoch eine neue Technologie zur Verfügung, die hohe Übertragungsleistungen, geringe Verluste und eine vollständig metallische Kapselung kombiniert.
Dieser Vergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Druckluftkabeln und VPE-Kabeln hinsichtlich Übertragungsleistung, Infrastruktur, Betrieb, Wartung und Umweltverträglichkeit.
Hohe Stromtragfähigkeit für leistungsstarke
Mittel- und Hochspannungsnetze
Druckluft als nachhaltiges Isolationsmedium
ohne SF₆ und PFAS.
Zustandsüberwachung und Druckmonitoring
direkt im System integriert
.
Standardisierte Komponenten ermöglichen
Reparaturen innerhalb weniger Tage
.
VPE-Kabel (Vernetztes Polyethylen, englisch XLPE) sind heute die am häufigsten eingesetzte Technologie für die unterirdische Hochspannungsübertragung. Die elektrische Isolation erfolgt durch eine Kunststoffisolierung aus vernetztem Polyethylen.
Dank jahrzehntelanger Betriebserfahrung gelten VPE-Kabel als bewährte Lösung für Energieversorger weltweit. Gleichzeitig führen hohe Kapazitäten und Blindleistungsströme insbesondere bei langen Kabelstrecken zu technischen Einschränkungen.


Druckluftkabel (Pressurized Air Cables, PAC) nutzen trockene Druckluft als Hauptisolationsmedium. Die Leiter befinden sich innerhalb eines druckfesten Aluminiumgehäuses, das gleichzeitig mechanischen Schutz, Erdung und elektromagnetische Abschirmung bietet.
Die Technologie eignet sich für Spannungsebenen von 12 kV bis 420 kV und kann in Schutzrohren, Microtunneln, begehbaren Tunneln, Umspannwerken oder Kraftwerken eingesetzt werden.
Druckluftkabel können in Schutzrohren, Mikrotunneln, Kabelkanälen und begehbaren Tunneln installiert werden.
Durch die vollständig metallische Kapselung sind keine zusätzlichen Betonrohrblöcke zur Kühlung oder zum Brandschutz erforderlich. Dadurch lassen sich bestehende Infrastrukturkorridore häufig weiter nutzen und Bauarbeiten reduzieren.
Eine der grössten Stärken von Druckluftkabeln ist ihre hohe Stromtragfähigkeit und damit die Möglichkeit, grössere Leistung je System zu übertragen.
Verluste wirken sich über Jahrzehnte auf die Wirtschaftlichkeit von Übertragungsnetzen aus.
Aufgrund ihrer Isolationsgeometrie weisen VPE-Kabel eine vergleichsweise hohe Kapazität auf. Dadurch entstehen Blindströme, die insbesondere bei langen Übertragungsstrecken zusätzliche Kompensationsmassnahmen erforderlich machen können.
Druckluftkabel besitzen hingegen eine etwa fünfmal geringere Kapazität. Dadurch werden sowohl der Blindleistungsbedarf als auch die Ladestromanteile deutlich reduziert.
Die Hauptgründe hierfür sind der grössere Isolationsabstand durch die Druckluftisolierung sowie die niedrigere Dielektrizitätskonstante von Luft (ca. 1) im Vergleich zu XLPE (ca. 2,5).
Geringere Blindströme bieten mehrere Vorteile:
Druckluftkabel vereinen damit die Vorteile der Erdverkabelung mit elektrischen Eigenschaften, die insbesondere für Anwendungen mit hoher Übertragungskapazität und großen Entfernungen von Vorteil sind.
VPE-Kabelsysteme sind häufig auf zusätzliche Überwachungslösungen angewiesen, beispielsweise Teilentladungsüberwachung, Temperaturmessungen oder die Analyse von Mantelströmen.
Druckluftkabel verfügen über eine integrierte Drucküberwachung, welche die wesentlichen Betriebsparameter kontinuierlich überwacht und eine Lokalisierung betroffener Abschnitte innerhalb des Systems ermöglicht.
Da das Isoliermedium laufend überwacht wird, kann der Betriebszustand des Systems über die gesamte Lebensdauer hinweg beurteilt werden.
Dies bietet mehrere Vorteile:
Das integrierte Überwachungskonzept macht die Zustandsbeurteilung zu einem festen Bestandteil des Übertragungssystems und nicht zu einer zusätzlichen externen Funktion.
VPE-Kabel nutzen polymerbasierte Isolationsmaterialien.
Druckluftkabel verwenden trockene Druckluft innerhalb einer vollständig metallischen Aluminiumkapselung.
Die Konstruktion ist nicht brennbar und eignet sich besonders für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an Brandschutz und Betriebssicherheit, beispielsweise in Tunneln, Industrieanlagen oder kritischer Infrastruktur.
Die Aluminiumkapselung erfüllt mehrere Funktionen in einer einzigen Systemkomponente:
Diese Kombination ermöglicht ein robustes Übertragungssystem mit hoher Sicherheit und Zuverlässigkeit – selbst unter anspruchsvollen Installations- und Umgebungsbedingungen.
Das dickwandige Aluminiumgehäuse von Druckluftkabeln wirkt als elektromagnetische Abschirmung. Die im Gehäuse induzierten Ströme kompensieren einen grossen Teil des von den Leitern erzeugten Magnetfeldes.
Dadurch werden externe Magnetfelder im Vergleich zu konventionellen Übertragungssystemen deutlich reduziert.
Diese Eigenschaften machen Druckluftkabel besonders geeignet für Anwendungen in urbanen Räumen, Tunneln, Industrieanlagen und anderen Umgebungen mit erhöhten Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit.

Druckluftkabel verwenden Druckluft als Isolationsmedium und benötigen weder SF₆ noch PFAS-basierte Isolationssysteme.
Durch den Einsatz von Druckluft als Isolationsmedium, den hohen Aluminiumanteil sowie den Verzicht auf SF₆ und PFAS-basierte Isolationssysteme schaffen Druckluftkabel gute Voraussetzungen für Recycling, Kreislaufwirtschaft und eine langfristig nachhaltige Energieinfrastruktur. Damit unterstützen sie die Anforderungen moderner Stromnetze an Umweltverträglichkeit, Ressourceneffizienz und Zukunftsfähigkeit.
Die Bewertung von Übertragungssystemen erfolgt nicht allein anhand der Investitionskosten.
Energieverluste, Blindleistungsbedarf, Wartungsaufwand, Reparaturzeiten und Nutzungsdauer beeinflussen die Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage.
Druckluftkabel reduzieren insbesondere Energieverluste und den Blindleistungsbedarf und können dadurch langfristig zu niedrigeren Betriebskosten beitragen.
Im Störungsfall können Reparaturen an VPE-Kabelsystemen aufgrund von Muffenarbeiten und der Beschaffung von Ersatzkomponenten mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen.
Druckluftkabel basieren auf standardisierten Rohrsegmenten und schraubenlosen Flanschverbindungen. Reparaturen können typischerweise innerhalb weniger Tage durchgeführt werden.
VPE-Kabel verfügen über eine sehr grosse Betriebserfahrung und sind heute weltweit etabliert.
Druckluftkabel sind eine jüngere Technologie. Die Zahl der Referenzprojekte ist noch geringer, gleichzeitig wurden bereits Typprüfungen erfolgreich abgeschlossen und erste Kundenprojekte umgesetzt.
Die Wahl der optimalen Technologie hängt deshalb immer von den jeweiligen Projektanforderungen ab.
Druckluftkabel bieten insbesondere Vorteile bei:
Während VPE-Kabel weiterhin eine bewährte Standardlösung darstellen, erweitern Druckluftkabel das Spektrum moderner Übertragungstechnologien und eröffnen neue Möglichkeiten für leistungsfähige, nachhaltige und zukunftssichere Stromnetze.
📄 Factsheet Druckluftkabel vs. VPE-Kabel
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