Vergleich von Übertragungsleistung, Umweltwirkung, Infrastrukturbedarf und Versorgungssicherheit in Mittel- und Hochspannungsnetzen
Freileitungen sind heute der Standard für Übertragungsnetze. Druckluftkabel sind eine neue Technologieoption zur Übertragung grosser Leistungen.
Insbesondere dort, wo Anforderungen an Übertragungsleistung, Landschaftsschutz, Versorgungssicherheit und Infrastrukturintegration eine unterirdische Lösung benötigen. Und wenn Netzprojekte nicht in Jahrzehnten sondern in Jahren gebaut werden müssen.
Die Energiewende, die Integration erneuerbarer Energien und der steigende Strombedarf stellen Übertragungsnetze weltweit vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig werden Anforderungen an Energieeffizienz, Versorgungssicherheit, Landschaftsschutz und gesellschaftliche Akzeptanz immer wichtiger.
Freileitungen bilden heute das Rückgrat vieler Hoch- und Höchstspannungsnetze und ermöglichen die wirtschaftliche Übertragung grosser Energiemengen über weite Distanzen. Mit Druckluftkabeln steht jedoch eine neue Technologie zur Verfügung, die hohe Übertragungsleistungen, geringe Verluste und eine vollständig unterirdische Infrastruktur kombiniert.
Dieser Vergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Druckluftkabeln und Freileitungen hinsichtlich Übertragungsleistung, Flächenbedarf, Infrastruktur, Betrieb, Umweltwirkung und Nachhaltigkeit.
Typische Werte gemäss Hivoduct-Factsheet. Projektabhängige Abweichungen möglich.
Hohe Stromtragfähigkeit für leistungsstarke
Mittel- und Hochspannungsnetze.
Druckluft als nachhaltiges Isolationsmedium
ohne SF₆ und PFAS.
Weniger exponiert gegenüber Wetter, Vegetation, Vandalismus, Terrorismus und äusseren Einwirkungen.
Unterirdische Verlegung mit 1-2 m Breite statt 50-80 m breite Freileitungstrassen.
Freileitungen übertragen elektrische Energie über Leiterseile, die isoliert auf Masten gehängt werden.
Sie bilden seit Jahrzehnten das Rückgrat der Hochspannungsnetze und ermöglichen die wirtschaftliche Übertragung grosser Energiemengen über weite Distanzen.
Die elektrische Isolation erfolgt durch die Umgebungsluft. Aufgrund ihrer einfachen Bauweise und langjährigen Betriebserfahrung gelten Freileitungen weltweit als bewährte Technologie für die Energieübertragung.
Gleichzeitig erfordern Freileitungen breite Trassenkorridore, beeinflussen das Landschaftsbild und sind dauerhaft Witterungseinflüssen wie Sturm, Eis oder Blitzschlag ausgesetzt. Sie können als exponierte, weitläufige kritische Infrastruktur nicht geschützt werden.


Druckluftkabel (Pressurized Air Cables, PAC) nutzen trockene Druckluft als Isolationsmedium innerhalb einer vollständig metallischen Aluminiumkapselung.
Die Technologie kombiniert elektrische Isolation, mechanischen Schutz und elektromagnetische Abschirmung in einem geschlossenen System und eignet sich für Spannungen von 12 kV bis 420 kV.
Druckluftkabel können in Schutzrohren, Mikrotunneln, Kabelkanälen oder begehbaren Tunneln installiert werden. Sie ermöglichen grössere Übertragungsleistungen als Freileitungen bei viel geringem Platzbedarf.
Freileitungen benötigen breite Trassenkorridore sowie regelmässig angeordnete Masten entlang der gesamten Leitung.
Je nach Spannungsebene sind hierfür Trassenbreiten von etwa 45 bis 75 Metern erforderlich. Druckluftkabel werden dagegen unterirdisch in Schutzrohren, Mikrotunneln oder begehbaren Tunneln installiert und benötigen lediglich Rohrdurchmesser von etwa 0.7 bis 1.2 Metern.
Dadurch können bestehende Infrastrukturkorridore genutzt, Landschaftseingriffe reduziert und neue Übertragungskapazitäten auf begrenztem Raum geschaffen werden.
Typische Werte gemäss Hivoduct-Factsheet.

Freileitungen ermöglichen seit Jahrzehnten die Übertragung grosser Energiemengen über weite Distanzen. Sie benötigen dafür jedoch breite Trassenkorridore und sind von Umgebungsbedingungen wie Vegetation, Wind, Vereisung oder Temperatur beeinflusst.
Druckluftkabel wurden speziell für hohe Stromtragfähigkeiten entwickelt. Durch die metallische Kapselung und die Druckluftisolation können grosse Leistungen auf engem Raum übertragen werden – insbesondere dort, wo oberirdische Trassen nicht verfügbar oder nicht gewünscht sind.
Typische Vergleichswerte, abhängig von Netzkonfiguration und Betriebsbedingungen.
Ein wesentlicher Unterschied liegt nicht nur in der absoluten Übertragungsleistung, sondern in der benötigten Infrastruktur.
Während Freileitungen Trassenbreiten von bis zu 75 Metern benötigen können, werden Druckluftkabel in Rohrsystemen mit etwa 0.7 bis 1.2 Metern Durchmesser installiert.
Die Leistungsdichte pro Meter Trassenbreite bei Druckluftkabeln reicht von 350 MW/m bei 145 kV bis 1800 MW/m bei 420 kV. Im Vergleich dazu erreichen Freileitungen maxima 60 MW/m und VPE Kabel bei AC und DC maximal 180 MW/m.
Bei der Übertragung elektrischer Energie entstehen Verluste durch den elektrischen Widerstand der Leiter. Diese Verluste beeinflussen die Betriebskosten und die Energieeffizienz über die gesamte Lebensdauer einer Leitung.
Freileitungen sind generell bereits sehr effizient mit nur etwa 1-2% Verlusten. Die tatsächlichen Verluste hängen von Spannungsebene, Stromstärke, Leiterquerschnitt und Leitungslänge ab.
Druckluftkabel haben immer einen Leiterquerschnitt, der 2-10 mal grösser ist als jener von Freileitungen. Deshalb sind die Verluste stark reduziert.
Typische Vergleichswerte. Die tatsächlichen Verluste hängen von Auslegung und Betriebsbedingungen ab.
Bei grossen Übertragungsleistungen wirken sich selbst geringe Unterschiede bei den Leitungsverlusten über Jahrzehnte sehr deutlich auf Energieverbrauch und Betriebskosten aus.
Druckluftkabel wurden für hohe Stromtragfähigkeiten entwickelt und können auch bei langen Übertragungsstrecken eine effiziente Energieübertragung ermöglichen. Gleichzeitig profitieren Freileitungen von ihrer guten Wärmeabgabe an die Umgebungsluft.
Die optimale Lösung hängt daher immer von den jeweiligen Projektanforderungen und Netzbedingungen ab.
Für einen stabilen Netzbetrieb muss neben der Wirkleistung auch Blindleistung berücksichtigt werden. Blindleistung belastet Leitungen und Betriebsmittel, ohne direkt zur Energieversorgung von Verbrauchern beizutragen.
Freileitungen erzeugen aufgrund ihrer Leiteranordnung mit grossen Abständen vergleichsweise geringe kapazitive Blindleistung und sind deshalb gut für lange Übertragungsstrecken geeignet.
Druckluftkabel weisen durch ihre Druckluftisolation ebenfalls sehr niedrige Kapazitätswerte auf. Dadurch entstehen deutlich geringere Blindleistungsströme als bei klassischen VPE-Kabeln. Ein grosser Teil der übertragenen Leistung steht somit als nutzbare Wirkleistung zur Verfügung.
Bei langen Übertragungsstrecken können hohe Blindleistungsanteile zusätzliche Kompensationsanlagen erforderlich machen. Eine Reduzierung der Blindleistung verbessert die Auslastung der Infrastruktur und erhöht die nutzbare Übertragungskapazität.
Druckluftkabel kombinieren die Vorteile einer unterirdischen Verlegung mit einem niedrigen Blindleistungsbedarf und ermöglichen dadurch hohe Übertragungsleistungen auch über lange Distanzen.
Freileitungen und Druckluftkabel eignen sich beide für lange Übertragungsstrecken. Druckluftkabel erreichen dabei eine niedrigere Blindleistung als VPE Kabel und verbinden diesen Vorteil mit den Eigenschaften eines vollständig gekapselten, unterirdischen Übertragungssystems.
Die Verfügbarkeit von Übertragungsnetzen wird zunehmend wichtiger. Neben technischen Ausfällen spielen heute auch Witterungseinflüsse, Naturereignisse und äussere Einwirkungen eine immer grössere Rolle.
Freileitungen sind dauerhaft Umwelteinflüssen ausgesetzt. Stürme, Vereisung, Blitzschläge, Vegetation, Vandalismus oder andere äussere Einwirkungen können den Betrieb beeinträchtigen und zusätzlichen Wartungsaufwand verursachen.
Druckluftkabel werden dagegen vollständig unterirdisch installiert und befinden sich innerhalb einer geschützten, metallischen Infrastruktur. Dadurch werden äussere Einflüsse weitgehend vermieden.
Projekt- und standortabhängige Unterschiede möglich.
Freileitungen werden typischerweise durch Sichtkontrollen, Drohnenflüge, Hubschrauberflüge, Leitungsüberwachung oder zusätzliche Sensorsysteme überwacht.
Druckluftkabel verfügen über ein integriertes Druckmonitoring. Druck, Temperatur und weitere Betriebsparameter werden kontinuierlich überwacht. Dadurch lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen, betroffene Leitungsabschnitte gezielt lokalisieren, und Wartungsarbeiten bedarfsabhängig planen.
Mit zunehmender Elektrifizierung steigen die Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Energieübertragung.
Druckluftkabel kombinieren hohe Übertragungsleistungen mit einer geschützten Infrastruktur und integrierten Überwachungsmöglichkeiten. Dadurch bieten sie insbesondere bei kritischen Infrastrukturprojekten, urbanen Anwendungen oder anspruchsvollen Netzausbauten interessante Möglichkeiten.
Elektrische Übertragungssysteme erzeugen magnetische Felder, deren Stärke von Strom, Leiteranordnung und Abstand zur Leitung abhängt.
Bei Freileitungen breiten sich die Magnetfelder über grössere Bereiche entlang der Trasse aus. Die Leiter haben grossen Abstand zueinander, sind mehrere Meter über dem Boden und nicht abgeschirmt.
Druckluftkabel nutzen dagegen eine vollständig geerdete, dickwandige Aluminiumkapselung. Die Leiter befinden sich kompakt innerhalb eines geschlossenen metallischen Systems, wodurch externe elektromagnetische Felder deutlich reduziert werden.

Typische Vergleichswerte gemäss Hivoduct-Factsheet.
Die geerdete Aluminiumkapselung übernimmt gleichzeitig mehrere Funktionen:
Dadurch werden äussere elektrische Felder vollständig verhindert und magnetische Felder auf einen kleinen Bereich um die Leitung begrenzt.
Reduzierte Magnetfeldemissionen können insbesondere in folgenden Bereichen von Bedeutung sein:
Die Kombination aus unterirdischer Verlegung und metallischer Kapselung ermöglicht eine Energieübertragung mit minimaler Beeinträchtigung der Umgebung.
Der Ausbau moderner Stromnetze erfordert Lösungen, die technische Leistungsfähigkeit mit Umweltverträglichkeit verbinden.
Druckluftkabel nutzen trockene Luft als Isolationsmedium und kommen ohne SF₆ sowie ohne PFAS-basierte Isolationssysteme aus. Gleichzeitig ermöglichen sie eine unterirdische Energieübertragung mit geringer Beeinträchtigung von Landschaft und Umwelt.
Leitungsverluste beeinflussen nicht nur die Betriebskosten, sondern auch die Umweltbilanz einer Übertragungstechnologie.
Durch grosse Leiterquerschnitte können Druckluftkabel die Übertragungsverluste reduzieren. Über die gesamte Lebensdauer lassen sich dadurch erhebliche Energiemengen einsparen.
Druckluftkabel können in Schutzrohren, Mikrotunneln oder bestehenden Infrastrukturkorridoren installiert werden.
Dadurch lassen sich neue Eingriffe in Landschaft und Umwelt reduzieren und bestehende Verkehrs- oder Versorgungskorridore effizient nutzen.
Die Systeme bestehen überwiegend aus Aluminium und sind am Ende ihrer Lebensdauer weitestgehend recycelbar.
Zusätzlich sind keine grossen Betonrohrblöcke erforderlich, wie sie bei vielen konventionellen Kabelsystemen eingesetzt werden. Dadurch können Materialverbrauch und CO₂-Emissionen während der Bauphase reduziert werden.
Die langfristige Wirtschaftlichkeit einer Übertragungstechnologie wird nicht nur durch die Baukosten bestimmt. Energieverluste, Betrieb, Wartung und Infrastrukturanforderungen beeinflussen die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer eines Stromnetzes.
Die Bewertung einer Übertragungstechnologie erfolgt nicht allein anhand der Investitionskosten. Für Netzbetreiber spielen insbesondere Energieverluste, Wartungsaufwand, Verfügbarkeit und Nutzungsdauer eine wichtige Rolle.
Freileitungen gelten als wirtschaftliche Lösung für die Übertragung grosser Energiemengen über lange Distanzen. Gleichzeitig verursachen Wartung, Trassenunterhalt und Energieverluste über Jahrzehnte hinweg laufende Betriebskosten.
Druckluftkabel wurden für hohe Übertragungsleistungen und geringe Verluste entwickelt. Durch die geschützte Infrastruktur, die integrierte Zustandsüberwachung und die effiziente Nutzung vorhandener Trassen können sich über die gesamte Lebensdauer zusätzliche Vorteile ergeben.
Bei Infrastrukturprojekten mit einer Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten gewinnen langfristige Faktoren zunehmend an Bedeutung:
Die optimale Lösung ergibt sich deshalb aus der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus und nicht ausschliesslich aus den Baukosten.
Mit dem Ausbau der Stromnetze steigen die Anforderungen an Übertragungsleistung, Energieeffizienz und Flächennutzung.
Druckluftkabel ermöglichen hohe Übertragungskapazitäten auf begrenztem Raum und können bestehende Infrastrukturkorridore effizient nutzen. Dadurch entstehen zusätzliche Freiheitsgrade bei der langfristigen Netzplanung.
Die Wirtschaftlichkeit einer Übertragungstechnologie wird nicht nur durch die Investition bestimmt. Energieverluste, Betrieb, Wartung und Infrastrukturanforderungen beeinflussen die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer eines Stromnetzes.
Freileitungen verfügen über jahrzehntelange Betriebserfahrung und bilden heute einen zentralen Bestandteil vieler Übertragungsnetze.
Sie ermöglichen die wirtschaftliche Übertragung grosser Energiemengen über weite Distanzen und sind weltweit etabliert.
Druckluftkabel stellen eine alternative Technologie dar, die insbesondere bei hohen Übertragungsleistungen, begrenztem Platzangebot, sensiblen Landschaftsbereichen oder anspruchsvollen Infrastrukturprojekten interessante Möglichkeiten eröffnet.
Die optimale Lösung hängt deshalb stets von den technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Anforderungen eines Projekts ab.
Freileitungen bilden heute das Rückgrat vieler Übertragungsnetze und ermöglichen die wirtschaftliche Übertragung grosser Energiemengen über weite Distanzen.
Mit steigenden Anforderungen an Netzkapazität, Landschaftsschutz, Versorgungssicherheit und Flächennutzung gewinnen jedoch alternative Übertragungstechnologien zunehmend an Bedeutung.
Druckluftkabel kombinieren hohe Übertragungsleistungen mit einer unterirdischen Verlegung, geringem Platzbedarf und einer vollständig metallischen Kapselung. Dadurch eröffnen sie insbesondere dort neue Möglichkeiten, wo bestehende Infrastruktur effizient genutzt, Umweltwirkungen reduziert oder sensible Gebiete geschützt werden sollen. Reduzierte Projektplanungszeiten, Genehmigungsprozesse, Anwaltskosten, und Verfahrenskosten sind weitere Vorteile, wenn gesamte Leitungsprojekte von Begin an mit Druckluftkabeln geplant werden. Auch sollte die grossflächige Aufwertung der Grundstücke in der Nachbarschaft berücksichtigt werden, wenn Freileitungen durch unterirdisch verlegte Druckluftkabel ersetzt werden.
Während Freileitungen weiterhin eine bewährte Lösung für viele Übertragungsaufgaben darstellen, erweitern Druckluftkabel das Spektrum moderner Netztechnologien und eröffnen neue Möglichkeiten für leistungsfähige, platzsparende und nachhaltige Stromnetze der Zukunft.
📄 Factsheet Druckluftkabel vs. Freileitungen
Factsheet Layouts
Factsheet LCA
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